Simulationsgegenstände für die rettungsdienstliche Ausbildung

Im Rahmen der rettungsdienstlichen Ausbildung - vor allem von Notfallsanitäter*innen - werden für die praktische Ausbildung auch Fallszenarieren simuliert. So können lebensbedrohliche Erkrankungen die im rettungsdienstlichen Alltag selten sind trainert werden.
Leider bedeutet das auch immer eine gewisse Übungskünstlichkeit und Simulationsverzerrung. Bei größeren Übungen oder in sepeziellen Simulationszentren werden Mimen geschminkt und es können in Räumen Gerüche, Lärm oder Lichteffekte eingespielt werden. Auf Lehrrettungswachen bestehen diese Möglichkeiten in der Regel nicht oder nur sehr eingeschränkt.
Um die Fallbeispiele trotzdem möglichst realistisch darzustellen, gibt es verschiedene komerzioelle Simulatoren wie z.B. Reanimations-Puppen oder auch bereits verschiedenste 3D-Druck Modelle wie z.B. Messer oder Stangen mit denen penetrierende Verletzungen sicher dargestellt werden können.
Insulinpumpen-Simulator
Im Rahmen eines Fallbeispiels meiner Ausbildung fiel auf, dass es noch keinen Simulator für Insulinpumpen gibt. Daher habe ich aus einer Version für Puppen eine Abwandlung für die medizinische Ausbildung erstellt. Folgende Punkte waren mir bei der Erstellung wichtig:
- Schnelle Nutzung - Die Version verfügt über einen Gürtelclip um schnell für ein Fallbeispiel angelegt werden zu können
- Realistische Positionierung - Es soll im Rahmen des Fallbeispiels trainiert werden auf Details wie eine Insulinpumpe zu achten. Daher muss sich sie - wie eine echte Insulinpumpe - am Gürtel befinden und der Katheter soll am Bauch angebracht werden können
- Schraubverschluss - Der Schlauch des Katheters ist bei echten Geräten oft mit einem Schraubverschluss befestigt. Dies soll auch so bei dem Simulator so sein, damit er - falls indiziert - gelöst werden kann.
- Wiederverwendbarkeit - Ggf. ist es notwendig im Rahmen des Fallbeispiels den Schlauch des Katheters durchzuschneiden. Daher sollte dieser auswechselbar sein
Alle selbstgedruckten Verbindungsschrauben sind Luer-Lock Schrauben. Diese sind im medizinischen Umfeld üblich. Auch die Verbindung für den Schlauch ist ein Luer-Lock Gewinde. So kann eine Heidelberger Verlängerung genutzt werden um den Schlauch darzustellen.

Auf der besseren Druckbarkeit wurde die Verbindung für die Heidelberger Verlängerung und die Insulinpumpe selbst in zwei Schritten gedruckt und mit einer M4x15 und einer M4 Mutter befestigt. Die Mutter wird in das Verbindungsstück eingedruckt. Daher muss im Verlauf des Drucks ein Druckstop eingelegt werden.
Die Aufnahme für den Nadelkatheter ist mit einer EKG-Elektrode bestückbar. So kann der Katheter am Bauch des/der Mimen befestigt werden und die Elektrode kann einfach ausgetauscht werden.

Damit die Insulinpumpe am Gürtel befestigt werden kann, wird mit 4 Luer Lock Schrauben ein Gürtel-Clip an der Rückseite befestigt.

Alle Druckdateien sind bei printables.com abrufbar. Das Design der Inuslinpumpe ist ein Remix des Designs von Tadufeu